Makellos schönes Parkett muss nicht neu sein. Ältere Parkettböden mit Gebrauchsspuren können wieder edel und wie neu erscheinen, nachdem sie frisch abgeschliffen und versiegelt wurden.
Wie oft muss Parkett abgeschliffen werden?
Das hängt im wesentlichen von der jeweiligen Beanspruchung des Bodens ab. Die Haltbarkeit eines Versiegelungslackes kann prinzipiell mit etwa acht Jahren angenommen werden. Zeit, das Parkett zu überarbeiten, ist es immer dann, wenn Böden stumpf, verblichen oder schlimmstenfalls auch bereits zerkratzt oder anderweitig beschädigt sind. Eine schadhafte Versiegelung zu erneuern, dient nicht nur der Optik, sondern auch dem Werterhalt des Parkettbodens, denn ist die Oberflächenversiegelung nicht mehr vollständig erhalten, ist das offenporige Holz allen Einflüssen ungeschützt ausgesetzt. Stärkere Verschmutzung und Abnutzung können daraus folgen und versehentlich vergossene Flüssigkeiten können in das Holz einziehen und dauerhaft hässliche Flecken hinterlassen.
Renovieren oder erneuern?
Das Renovieren des Parketts durch Schliff und Versiegelung ist möglich, wenn das Parkett insgesamt ohne größere Schadstellen ist. Lösen sich die Hölzer ganzer Partien des Parketts vom Untergrund – zum Beispiel infolge eines Wasserschadens – sollte fachkundig geprüft werden, ob eine komplette oder teilweise Erneuerung sinnvoller ist. Das gilt auch, wenn das Parkett sehr alt ist und zuvor bereits mehrfach abgeschliffen wurde. Um festzustellen, ob die nötige Mindeststärke für einen weiteren Schliff vorhanden ist, kann an einer losen Stelle das Holz nachgemessen werden: weniger als 4 mm sollte die Reststärke vor dem Abschleifen nicht betragen.
Wie geht das Abschleifen vor sich?
Das Schleifen von Parkettböden erfolgt immer mittels spezieller Parkettschleifmaschinen, die über eine Walze rotierende Bänder aus Schleifpapier verschiedener Körnungen verwenden. Man benutzt eine größere Maschine für die Flächen, eine kleine für Ecken und schleift zuerst grob, dann immer feiner. Für die anschließende Versiegelung der Oberfläche stehen verschiedene Lacke (auf Polyurethan- oder Wasserbasis) und Wachse zur Auswahl. Am strapazierfähigsten sind Böden mit lösungsmittelhaltiger Lackversiegelung. Im privaten Wohnbereich werden lösungsmittelfreie Lacke bevorzugt, die eine angemessen starke Versiegelung bieten. Wachse ermöglichen ungewöhnliche Effekte und eignen sich gut dort, wo eine geringe Beanspruchung und sorgfältige Pflege vorausgesetzt werden können. Besonders schadstoffarme Produkte erkennt man an dem bekannten Siegel mit dem blauen „Umweltengel“. Zu Material und Aufbau der Versiegelung ist ausführliche Beratung durch einen Fachhändler unbedingt zu empfehlen.
Kann man sein Parkett selbst abschleifen?
Begabte Heimwerker können selbst zur Schleifmaschine greifen, wenn der Boden keine besonderen Schwierigkeiten wie beispielsweise komplizierte Ecken und Randbereiche oder reparaturbedürftige Stellen (lose Partien, tiefe Kratzer) aufweist. Es gibt überall Unternehmen, die Schleifmaschinen an Privatpersonen verleihen und auch beraten sowie das erforderliche Material wie Schleifpapier und Lack liefern. Bedenken sollte man zuerst den erheblichen Lärm der Schleifmaschinen. Abends oder am Wochenende damit zu arbeiten ist unmöglich, wenn man Nachbarn hat. Auch das Gewicht der Maschinen sollte nicht unterschätzt werden – für einen Transport in die 5. Etage ohne Fahrstuhl sollte man sich Hilfe holen. Wegen der Lärm- und Staubbelastung beim Schleifen sind Gehör- und Atemschutz wichtig. Die größte Schwierigkeit besteht für Ungeübte in der gleichmäßigen Führung der Maschine, die durchaus Muskelkraft erfordert. Bearbeitet man eine Stelle zu lang, beißt sich die Maschine scheinbar fest und es entsteht eine sogenannte „Bissrinne“, eine Vertiefung in Form der Walze der Schleifmaschine. Eine Bissrinne lässt sich nur sehr schwer wieder heraus schleifen. Ein wenig Geschick ist erforderlich, um sichtbare Übergänge beim Wechsel von der großen zur kleinen Maschine zu vermeiden, und zu guter Letzt sollte das Stromkabel der Maschine stets gut im Blick behalten werden, denn es darf keinesfalls mit der Schleifmaschine überfahren werden.
Beim Auftragen der neuen Versiegelung ist unbedingt auf absolute Staubfreiheit zu achten und den Anweisungen des Herstellers zu folgen. Die Verwendung sehr hochwertiger Lackrollen stellt sicher, dass keine Flusen im Lack das Ergebnis ruinieren.
Wie findet man die richtige Firma?
Wer sein Parkett lieber professionell überarbeiten lassen möchte, kann unter zahlreichen Anbietern wählen. Parkettleger ist ein Ausbildungsberuf des deutschen Handwerks, daher gibt es Meisterbetriebe, die Mitglieder der lokalen Handwerkskammern und ihrer jeweiligen Innungen sind, womit die notwendige Sachkunde gewährleistet ist. Das Aufmaß des Bodens wird ein sorgfältig arbeitender Betrieb stets selbst vor Ort aufnehmen, bevor ein Angebot erstellt wird. Natürlich ist es hilfreich, sich im persönlichen Bekanntenkreis zu erkundigen, wer eine Firma empfehlen kann, und darüber hinaus Bewertungsportale im Internet anzusehen. Auftragsportale im Internet sind eine interessante Möglichkeit, einen weiten Überblick über die Angebotspreise zu erhalten, doch auch dort sollte man keinen Auftrag nur wegen des Preises vergeben, ohne sich vorher über den Anbieter eingehend zu erkundigen. Eine generelle Preisangabe ist sehr schwierig, denn der Preis pro Quadratmeter sinkt mit zunehmender Größe zusammenhängender Flächen. Mit weniger als 20,00 Euro / m² sollte man aber nicht kalkulieren.
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