Naturstämme zum Hausbau und ihre Qualität
Bevorzugt eingesetzt werden Hölzer aus Höhenlagen wegen ihrer Dichte des Holzaufbaus und der Jahresringe. In höheren Lagen wächst das Holz mit höherer Dichte. Als Sorten werden Douglasie und Lärche gerne eingesetzt. Ihr hoher Harzgehalt wirkt wie eine natürliche Imprägnierung und macht das Holz gegen Insektenschäden und Feuchtigkeit unempfindlich. Häuser aus Naturstämmen erfordern eine besondere Bauweise, da sie nicht maßgenau bleiben. Holz arbeitet regelrecht und kann innerhalb eines Jahres zum Schwinden von mehreren Zentimetern auf 10 bin 15 m Länge neigen. Selbst wenn abgelagerte und getrocknete Stämme verwendet werden, bleibt ein quellender und schrumpfender Effekt durch die Luftfeuchtigkeit erhalten. Zum Schlagen der Bäume eignet sich vorwiegend die Winterzeit, weil die Baumaktivität sehr gering ist. Einige Philosophien verfolgen weiter Bedingungen wie abnehmende Mondphasen oder das Belassen der Äste, um dem Holzstamm Gelegenheit zur Energieaufnahme aus dem Astwerk zu ermöglichen. Wissenschaftlich bewiesen sind solche Verhaltenseffekte jedoch nicht und werden von vielen als Esoterik belächelt.
Der Charakter eines Naturstammhauses
Da sich die Bausubstanz eines Naturstammhauses messbar bewegt, ist für das Einsetzen von Fenstern und Türen ein spezielles Verfahren mit großzügigen Dehnungsfugen erforderlich. Die Konstruktion von gefliesten Flächen für Badezimmer ist nur auf vorgehängten Plattenelementen möglich. Die Installation von Kabeln und Wasserleitungen sowie Abflussrohren muss ohne Verspannungen erfolgen und flexibel ausgeführt werden. Die Baumstämme können maschinell oder manuell auf die erforderlichen Maße behauen werden und werden ohne zusätzliche Verbindungsmaterialien wie Mörtel oder Klebstoffen verbunden. Im Ergebnis bilden die Baumstämme eine extrem belastbare und gut schalldämmende Außenwand. Die Hölzer bleiben unbehandelt, um den ökologischen Charakter der Häuser nicht zu zerstören. Die Feuergefährlichkeit von Naturstammhäusern ist nicht bedeutend höher als bei anderen Bauweisen. Das Entflammen von Massivholz ist nicht ohne dauerhafte Hitzequelle möglich. Bei mehrgeschossigen Häusern wird mit einer Zwischendecke aus Holz gearbeitet. Von einigen wird die mangelhafte Trittschalldämmung als nachteilig empfunden. Eine Schalldämmung des Trittschalls auf dem Niveau von Betondecken mit Estrich ist nur durch extrem hohen Aufwand zu erreichen. Naturstammhäuser sind in der Beschaffung den konventionellen Häusern vergleichbar und je nach Region sogar deutlich teurer.
Die Wohnqualität und das Raumklima sind unnachahmlich
Die Bewohner von Häusern dieser Bauweise sind von der Raumatmosphäre begeistert. Die relativ rustikale Optik der Innenwände ist mit vielen Einrichtungsstilen kombinierbar und zwingt keineswegs zu einer Lebensweise im Stil einer Westernstadt oder zu rustikaler Einrichtung. Die Größe der Stämme und ihrer Rundungen lassen die Wände sehr lebendig erscheinen und bieten dem Auge viel Abwechslung. Das Raumklima hat ideale Verhältnisse und ist selbst in extremen Wetterlagen nie zu feucht oder zu trocken. Die Baumstämme regulieren die Luftfuchtigkeit in optimaler Weise. Im Sommer sind die Häuser angenehm kühl und im Winter warm. Die Wände strahlen keine Kälte aus. Holz ist für die unterschiedlichen Jahreszeiten der jeweils ideale Werkstoff. Über viele Jahre hinweg ist das Holz für einen dezenten Innengeruch verantwortlich. Er vermittelt ein natürliches und angenehmes Ambiente und wirkt nicht aufdringlich.
Die ökologische Nachhaltigkeit ist exzellent
Die Ökobilanz eines Naturstammhauses ist vorbildlich. Der CO2-Haushalt der Atmosphäre wird durch das Holz nicht belastet. Die Bäume haben während ihres Wachstums aus der Luft so viel CO2 aufgenommen, wie sie bei ihrer endgültigen Entsorgung wieder in die Atmosphäre freisetzen. Die Lebensdauer der Stammhäuser beträgt problemlos über 100 Jahre, wodurch die Bilanz zusätzlich verbessert wird. An der ehemaligen Wachstumsstelle eines Baumes kann während dieser Zeit ein neuer Baum wachsen und zusätzlich CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen, bevor das CO2 des Baumhauses wieder freigesetzt wird. Lediglich für die Holzbearbeitung und den Transport des Holzes fällt ein geringer Anteil an CO2 an. Die Beheizung von Naturstammhäusern verlangt wegen der extrem guten dämmenden Eigenschaften keine großen Leistungen. Wärmepumpen und alternative Heizungsarten bieten sich daher besonders an. Die Bauweise wird nicht nur von Naturliebhabern oder Ökofreaks bevorzugt sondern auch von Allergikern. Ein Naturstammhaus kann völlig ohne Schadstoffe hergestellt und verarbeitet werden. So können alle allergenen künstlichen Substanzen aus ihrer Nähe ferngehalten und ihnen zumindest zu Hause ein unbeschwertes gesundes Leben ermöglicht werden.
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