All das trug im Laufe der Zeit zu einer besonderen Wertschätzung des offenen Kamins bei. Wie alt der Kamin tatsächlich ist, lässt sich heute nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. Jedenfalls reichen erste Zeugnisse ins 9. Jahrhundert zurück. Richtig zu Ehren kam der Kamin allerdings erst im hohen und späteren Mittelalter. In jener Zeit entzündete man bei fürstlichen Empfängen und sonstigen Vergnügen ein Freudenfeuer, dann man hatte bei Hofe gerne Spaß an der Freud.
Standort und Optik
Die optische Wirkung des offenen Kamins, also der Eindruck, den er auf den Betrachter macht, hängt im Wesentlichen von zwei Kriterien ab: von der optimalen Standortwahl und natürlich von der geschmackvollen Verkleidung. Sowohl das eine wie das andere sollte gründlich im Vorfeld geplant werden. Die Überlegungen beginnen mit der Standortauswahl. Dabei gerät man zwangsläufig in ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis zum Grundriss. Da die Standortwahl normalerweise in die Planungsphase des Hauses fällt, lässt sich in den meisten Fällen eine optimale Lösung finden.
Sicher wird der Standort so gewählt, dass der Kamin den ersten Eindruck vom Raum vermittelt. Sehr beliebt ist die Platzierung in der Raumecke. Möglich sind hier die unterschiedlichsten Anordnungen. Zum Beispiel kann der Kamin durch ein Holzfach etwas aus der Ecke herausgerückt werden. Häufig baut man den Kamin auch in Wandnischen ein, so dass er nicht in den Raum ragt, sondern plan mit der Wand liegt. Im Gegensatz zu dieser zurückhaltenden Anordnung steht die freie Anordnung in Winkel zur Zimmerwand.
Für jeden Platzwunsch gibt es das geeignete System: ein-, zwei- oder dreiseitig offen. Auch freistehende Kamine haben ihren Kundenkreis.
Natürlich soll beim offenen Kamin der Genuss des Feuererlebnisses gewährleistet sein. Daher ist es auch möglich, die Sitzgruppe um die Feuerstelle zu platzieren. In einem speziellen Kaminzimmer ist das sicher ohne Weiteres möglich. Aber wer hat das schon? Die meisten Kamine werden im Wohnzimmer eingebaut. Hier ist es ratsam, die üblicherweise zu Fensterfront hin platzierte Sitzgruppe so zu stellen, dass man von ihr aus den Kamin im Blickfeld hat. Also wird dieser am besten an der Außenwand platziert.
Kaminverkleidung
Sobald der Standort festgelegt ist, macht man sich Gedanken und um die Verkleidung des Kamins. Weil es aber dafür tausend Varianten gibt, sollte man zunächst ein paar grobe Gestaltungsentwürfe machen. Denken Sie dabei vor allem an Ihre Einrichtung, denn der Kamin sollte ja dazu passen. Was nützt der tolle Edelstahlkamin, wenn Sie eine Stilmöbeleinrichtung bevorzugen? Praktisch sieht das so aus, dass man zunächst eine Zeichnung des Rohkamins anfertigt. Nun kann man das Transparentpapier darauflegen und auf diesem können die Vorstellungen von der endgültigen Form mit Bleistiftstrichen festgehalten werden. Bevor Sie aber ins Detail gehen, sollten Sie möglichst viele Kaminprospekte und -kataloge studieren. Darin finden Sie Gestaltungstipps und Anregungen.
Funktion
Prasselndes Feuer – und wie sieht es mit der Brennstoffnutzung aus? War es denn wirklich so gemütlich, wenn nur ein offener Kamin das Zimmer erwärmte und es auch noch dank undichter Fenster mächtig zog? Die Wärme bekam man von vorne ab, rundum aber blieb es kalt. Also eigentlich kein Grund zur Klage: Zumal die heutigen ofenähnlichen Kamine, deren Feueröffnungen durch Türen größtenteils verschlossen sind, auch noch effizienter und sparsamer heizen. Der Luftverbrauch schrumpft auf einen Bruchteil dessen, was ein offener Kamin zum Schornstein hinaus jagt.
Um den Blick auf das offene Feuer jedoch nicht zu verlieren, hat sich die Industrie im Laufe der Jahre Einiges einfallen lassen: Türen zum Öffnen, Scheiben aus Glas – der Traum von der knisternden Kaminromantik ist noch lange nicht ausgeträumt.
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