Durch die extrem lange Zeit auf See war diese Art der Postbeförderung und vor allem der Aufbewahrung eine sehr unsichere und führte oft dazu, dass die Briefe nicht ihr Ziel erreichten oder aber erst nach dem Absender an dem Bestimmungsort ankamen. Der allererste Briefkasten wird auf das Jahr 1633 datiert und folgte dem Einfall einiger findiger Köpfe der Stadt Liegnitz. Bereits vor dem Jahr 1633 waren Boten zwischen verschiedenen Städten und Höfen unterwegs um Könige und Fürsten miteinander kommunizieren zu lassen. Ein solch fest installierter Botendienst nahm auch in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts seinen Betrieb zwischen Breslau und Leipzig auf. Die auf der Route liegende Stadt Liegnitz wollte diesen Botendienst ebenfalls nutzen und beschloss deshalb im Jahr 1633, dass ein kleines Postkästlein in der Stadt (am Haynischen Tor) angebracht werden sollte.
Da bereits knapp 40 Jahre vorher vereinbart worden war, dass die Boten die Briefe der Stadt Liegnitz ohne Entlohnung mitnehmen mussten, war es nicht nötig eine Gebühr für die Nutzung des Briefkastens zu erheben. Zwar existierte in Hamburg bereits seit dem Jahr 1590 ein Freistädtischer Botendienst, dieser hatte aber noch nicht die Errichtung von Briefkästen zur Folge gehabt. Diese wurden erst im Jahr 1641 aufgestellt, hatten dafür aber die Besonderheit, dass diese Kästen die ersten Richtungsbriefkästen waren, da man die Post gezielt in das Kästlein des Bestimmungsortes einwerfen konnte.
Im Jahr 1653 entstand in Frankreich ebenfalls ein Briefkastensystem, welches von Ludwig dem 14. in Auftrag geben wurde. Nach einer Idee von Jean-Jacques Renouard de Villayer entstand dabei auch der Vorläufer der heutigen Briefmarke, die so genannten „billets de port paye“ – ein Papierstreifen, der an dem zu versendenden Brief befestigt werden musste. Im Laufe des 17. Jahrhunderts hat sich das Postwesen dann weiter entwickelt und wurde immer weiter ausgebaut. Eine Diskussion, die im Jahr 1534 ihren Anfang nahm, hat ganz entschieden dazu beigetragen, dass die heute bekannten „privaten“ Briefkästen entstehen konnten: Die Entwicklung des Portowesens.
Zu Beginn der Postgeschichte, gab es keine einheitliche Regelung der Versandpreise. Die Beförderungsgebühr setzte sich oft aus verschiedenen Komponenten wie Gewicht oder Entfernung zusammen. Dabei galt, dass der Postunternehmer erst dann entlohnt werden durfte, wenn er die Briefsendung erfolgreich zugestellt hatte. Das bedeutete, dass der Empfänger für die Bezahlung des Postunternehmers verantwortlich war. Dabei war ein wichtiges Argument vor allem darin zu sehen, dass der Absender damit die Gewissheit hatte, dass der Postbote gewissenhaft und zügig seine Arbeit verrichtete um dann an seinen Lohn zu gelangen. Die Vorzüge der Sammelbüchse – jeder konnte seine Briefsendung ohne „Porto“ abgeben – hatten aber auch den Nachteil, dass der Empfänger immer persönlich erreichbar sein musste um die empfangenen Briefe zu bezahlen.
Dies änderte sich erst durch die Entwicklung der Brief- und Freimarken die letztlich dazu führten, dass (wie heute üblich) der Absender die Bezahlung des Briefes übernimmt und der Empfänger lediglich einen Kasten zur Verfügung stellen muss um die Post anzunehmen. In Deutschland wurden ab 1824 flächendeckend öffentliche Briefkästen aufgestellt und der bis dahin notwendige Weg des Absenders zum Postamt verkürzte sich.
0 Kommentare